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Zwei Haartransplantations-Methoden

Heute unterscheiden sich die beiden Behandlungsweisen einzig bei der Haarwurzelentnahme wesentlich und das bleibt ohne Einfluss auf das kosmetische Resultat. Beide Haarentnahme-Techniken haben Vor- und Nachteile. Welches die richtige Methode für den Patienten ist, muss individuell abgeklärt und ausführlich besprochen werden.

Streifenentnahme (engl. Strip)

Am Hinterkopf wird ein Haar-Hautstreifen entfernt und die Stelle mit einer plastisch-chirurgischen Hautnaht (trichophytic closure) verschlossen. Unmittelbar nach der Operation ist die Naht durch Haare verdeckt. Die Streifenentnahme führt zu einer sehr schmalen, strichförmigen Narbe. Bei einzelnen Patienten und extremer Kurzhaarfrisur kann diese Narbe jedoch ein sichtbarer Nachteil sein.
Die Vorteile dieser Methode: Intakte Grafts für die Transplantation mit einer besseren Wachstumsrate im Vergleich zur FUE-Methode, kein Verlust von Spenderhaar.

Follicular Unit Extraction (FUE)

Einzelhaare werden mit speziellen Stanzen (0.7-1mm Durchmesser) über den ganzen Hinterkopf verteilt ausgestochen. Dafür muss der ganze Entnahmebereich kahl geschoren werden. Es bleiben ca. 1000–2000 punktförmige, offene Wunden zurück, die nach zwei Wochen abheilen. Vorteil: Vermeidung einer strichförmigen Narbe am Hinterkopf. Werden jedoch viele Grafts entnommen, können auch bei dieser Technik sichtbare, punktförmige Narben zurückbleiben («Mottenfrass»). Nachteil der Methode: Verlust von (meistens knapp vorhandenem) Spenderhaar sowie schlechtere Wachstumsrate der Grafts im Vergleich zur Stripentnahme.

Grafts schneiden

Bei beiden Methoden: Einpflanzen der Grafts

Die Grösse der Haartransplantate (0.7–1mm) und die Länge der Haarwurzeln (3–5mm) sowie die Beschaffenheit der Kopfhaut sind individuell verschieden. Für passende Slits (Hautöffnungen) werden deshalb verschiedene Instrumente verwendet. Für das Anwachsen der Grafts ist eine gute Durchblutung der Kopfhaut nach dem Einpflanzen entscheidend. Die Haarfollikel dürfen nicht zu dicht eingepflanzt werden, denn sonst werden die Blutgefässe in der Tiefe zerstört. Um diese Gefässe nicht zu gefährden und somit das Wachstum der verpflanzten Haare zu gewährleisten, können höchstens ca. 35 FU/cm2 (dense packing) transplantiert werden. Ist eine höhere Dichte erwünscht, empfiehlt sich eine zweite Haarverpflanzung zu einem späteren Zeitpunkt.