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Rund um den Eingriff

Allgemeine Fragen

Was ist eine follicular unit (FU, follikuläre Einheit)?

Die Einheiten sind natürliche Haargrüppchen (Gruppierungen) von 1 bis max. 4 Haaren. Auf einem Quadratzentimeter wachsen durchschnittlich 60–85 FU’s (1er- bis 4er-Haargrüppchen). Das Verhältnis von 1er-FU zu 2er-FU beträgt 1:1, manchmal auch 2:1 oder 1:2 (3er-FU sind eher selten). Die Anzahl FU/cm2 kann ein erfahrener Arzt schätzen. Für eine sichere Aussage betreffend Anzahl Haare braucht es eine Rasur der Entnahmestelle und die einzelnen Haare müssen mithilfe einer Lupenbrille ausgezählt werden. Ohne diese Massnahmen ist die Aussage sehr unzuverlässig.

Wie viele FU’s (Transplantate) brauche ich?

Das ist abhängig von der zu behandelnden Fläche. Für eine kahle, etwa handtellergrosse Fläche von 50cm2 braucht es 1000 bis 1200 Grafts.

Wie viele Haare kann man verpflanzen?

Die Anzahl hängt einerseits von der Entnahmetechnik und andererseits von der Haardichte im Haarkranz ab.

Hat die Haarentnahmetechnik («Strip» im Vergleich zu FUE follicular unit extraction) einen Einfluss auf das Resultat im Einpflanzungsgebiet?

Nein, die Haardichte im Einpflanzungsgebiet ist einzig abhängig von der Anzahl der verpflanzten Haare und der zu transplantierenden Fläche.

Wie viele Haare können auf einen Quadratzentimeter verpflanzt werden?

Für eine gute realistische Überlebensrate der Grafts sollten nicht mehr als ca. 35 bis maximal 40 Grafts (dense packing) verpflanzt werden.

Fallen die verpflanzten Haare in ein paar Jahren wieder aus?

Es werden gesunde Haarwurzeln vom Hinterkopf verpflanzt, welche nicht vom erblichen Haarausfall betroffen sind. Somit werden die Haare auch in Zukunft nicht ausfallen.

Rund um die Behandlung

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Operation dauert zwischen zwei und sieben Stunden.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Beim Eingriff ist der Patient örtlich betäubt und in Dämmerschlaf versetzt. Die Behandlung ist nicht schmerzhaft. Auch nach der Operation braucht man in der Regel nur am Abend des Operationstages ein Schmerzmittel.

Wie sehe ich nach der Haarverpflanzung aus?

Im Einpflanzungsgebiet sind viele kleine, bräunliche Krusten sichtbar. Mit einer Baseball-Mütze oder einem Kopftuch ist dies gut zu cachieren. Zwei Tage nach dem Eingriff kann ausnahmsweise auch eine Schwellung im Stirn- und Augenbereich auftreten, die allenfalls bis vier Tage erkennbar bleibt.

Nachbehandlung

Wann darf ich die Haare wieder waschen?

Die Haare sollten nach der Operation während zwei Wochen täglich gewaschen werden.

Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Je nach Berufsgattung ist man am zweiten Tag nach der Operation wieder einsatzfähig. Aus Diskretionsgründen empfehlen wir, 10 bis 14 Tage von der Arbeit fernzubleiben.

Wie lange darf man keinen Sport treiben?

Schwimmen, Kontaktsport und intensives Ausdauer-Training sind erst nach zwei Wochen wieder möglich.

Wann darf man die Haare wieder färben?

Nach vier Wochen.

Resultat

Wie lange dauert es, bis die verpflanzten Haare wachsen?

Die verpflanzten Haare fallen zwei bis vier Wochen nach dem Eingriff aus und beginnen nach drei bis vier Monaten wieder nachzuwachsen. Nach sechs Monaten sieht man bereits einen Teilerfolg des Eingriffs. Für das Endresultat braucht es jedoch neun bis zwölf Monate Geduld.

Sieht das Resultat natürlich aus?

Mit der neusten Technik ist es möglich, Mikrohaartransplantate zu verpflanzen. Eine schöne und natürliche Haarlinie erfordert zusätzlich ein ästhetisches Flair des Haartransplantations-chirurgen. Sind beide Voraussetzungen gegeben, gewinnt der Patient mit Sicherheit ein ganz natürliches Aussehen.

Risiken

Was sind die speziellen Risiken einer Eigenhaartransplantation?

Die Haarverpflanzung kann nicht in jedem Fall die – individuell sehr unterschiedlichen – Erwartungen des Patienten erfüllen. Diese Methode beruht auf der Umverteilung der vorhandenen Haare, vom dichten Haarkranz auf kahle oder dünne Flächen, und führt nicht zu mehr Haar! Für ein befriedigendes Resultat ist es entscheidend, die Wünsche des Patienten vor der Operation sorgfältig abzuklären und sie der Spenderkapazität gegenüberzustellen.

Das Fortschreiten des Haarausfalles lässt sich, vor allem bei jungen Patienten, nicht sicher prognostizieren. Deshalb ist eine sorgfältige und langfristige Planung schon vor dem Eingriff wichtig. Sonst führt eine Haartransplantation längerfristig zu einem unnatürlichen Resultat, das nicht mehr korrigiert werden kann.

Welches sind die allgemeinen Operationsrisiken?

Möglich sind Taubheitsgefühl, Wundinfektion und Narbenbildung sowie vorübergehende Beeinträchtigungen wie Schwellung, Rötung und verzögerte Abheilung der Krustenbildung. Im Vergleich zu anderen ästhetischen Operationen sind die Risiken bei einer Haarverpflanzung eher gering, vorausgesetzt, der Eingriff wird durch einen gut ausgebildeten, erfahrenen Arzt ausgeführt.

Ist das Wachstum der verpflanzten Haare garantiert?

Werden die Haarwurzeln in gesunde Haut verpflanzt, ist ein Wachstum der Grafts von 80 bis 95 Prozent zu erwarten. In Narbengewebe vermindert sich das Wachstum leicht, abhängig von der Durchblutung und vom Bindegewebsanteil. Bei Haut- oder Allgemeinerkrankungen ist eine Haartransplantation nicht sicher erfolgreich. Eine Abklärung durch einen auf Haare spezialisierten Hautarzt ist unumgänglich.